Fragen und Antworten zur Geothermie.

Wenn neue Technologien angewendet werden, gibt es immer Klärungsbedarf. Wir beantworten die häufigsten Fragen zur Geothermie.


Wieso ist Geothermie so attraktiv?
Die Energieerzeugung mit Geothermie erfolgt ohne Verbrennung oder Gasemission. Damit ist durch Geothermie eine CO2-freie, umweltfreundliche Energieerzeugung möglich, die zur Reduktion des Treibhauseffektes beiträgt. Zudem ist geothermische Energie im Vergleich zu anderen regenerativen Energien grundlastfähig, da sie jederzeit verfügbar und weder vom Klima noch der Jahreszeit abhängig ist. Die im Erdinneren vorhandene Wärmeenergie ist ununterbrochen zur Energiegewinnung nutzbar. Die Geothermie ist außerdem eine heimische Energiequelle, die besonders nah am Verbraucher erzeugt werden kann und so eine dezentrale Energieversorgung ermöglicht.

Wie lange ist eine Geothermieanlage nutzbar?
Wie bei herkömmlichen Kraftwerken beträgt die – selbstverständlich immer wieder von Anpassungen an den Stand der Technik begleitete – Lebensdauer eines Geothermie-Kraftwerkes ca. 20 Jahre. Prinzipiell ist das Potential der Geothermie nach menschlichem Ermessen aber nahezu unerschöpflich. Rund 99 Prozent der Erdmasse weist eine Temperatur von über 1.000°C auf. In der geothermischen Energiegewinnung dient das geförderte Thermalwasser als Transportmedium, mit dem die hohen Temperaturen aus dem Erdinneren an die Oberfläche gebracht werden. Nachdem mit der Wärmeenergie Strom und Heizenergie erzeugt wurde, wird das abgekühlte Thermalwasser wieder in die Tiefe zurückgeführt. Hier kann es sich langsam wieder erhitzen. Um die sogenannte Reinjektionsbohrung herum entsteht dabei zunächst ein kühlerer Bereich, dessen Ausdehnung sich durch Computersimulationen vorhersagen und beherrschen lässt.

Können durch Geothermie Erdbeben entstehen?
Bei den Bohrungen oder der Rückführung des Thermalwassers können mikroseismische Erscheinungen auftreten. Dennoch besteht für die Region Traunstein keine Gefahr und es ist mit keinen Erdbeben zu rechnen. Traunstein liegt im oberbayerischen Molassebecken, einer seismisch stabilen Zone.
Nur in seismisch labilen Zonen, in denen im Untergrund ein tektonischer Druck besteht, können geothermische Arbeiten kleinere Erdbeben hervorrufen, die zu einem späteren Zeitpunkt auch natürlich eingetreten wären. Ein solches Gebiet ist beispielsweise der Oberrheingraben. Durch die entsprechende Planung und wissenschaftliche Begleitung eines Geothermieprojektes ist auch hier die durch die menschlichen Eingriffe ausgelöste Seismizität vorhersagbar und beherrschbar, wodurch entsprechende Ereignisse verhindert werden können.

Bestehen sonstige Gefahren für Anwohner und Bevölkerung?
Für Anwohner und Bevölkerung entstehen keinerlei spezielle Risiken. Nur bei der Erschließung der Thermalwasserlagerstätten können eventuell Erdgas führende Schichten durchbohrt werden. Diesem Risiko begegnet das Bergamt mit strengen Sicherheitsvorschriften für jede Bohrung, die unkontrollierte Austritte von Gas und Flüssigkeit vermeiden. Während der Bohrungen wird das Gasaufkommen kontinuierlich überwacht – ein Verfahren, dass sich bei mehr als 1.000 Bohrungen in Bayern bewährt hat. Darüber hinaus geben die 3D-seismischen Untersuchungen noch vor Beginn der Bohrungen Hinweise über die Beschaffenheit des Untergrundes, sodass auch problematische Gesteinsschichten rechtzeitig erkannt und notwendige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden können. Bei den Bohrungen im Aufsuchungsfeld Traunstein werden zudem technische Verfahren angewendet, die ein unkontrolliertes Eindringen von Wasser in den Untergrund vermeiden und somit unerwünschte chemische Vorgänge, die dieses Wasser im Einzelfall auslösen könnte, auschließen. Wir arbeiten mit größter Sorgfalt und Umsicht, was auch in den umfangreichen und strengen Genehmigungsverfahren der öffentlichen Verwaltungen auf Landes- und regionaler Ebene zum Ausdruck gebracht wurde.

Wieviel Steuergelder werden zur Finanzierung des Geothermie-Projekt in Anspruch genommen?
Das Geothermie-Projekt in Traunstein wird in vollem Umfang mit Mitteln der EHG-Gruppe finanziert. Es wird weder für die 3D-Seismikkampagne noch für die Probebohrungen oder den Kraftwerksbau Steuerkapital in Anspruch genommen.